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Radtouren, hart wie Alparbeit

Radtouren, hart wie Alparbeit

Radtouren, hart wie Alparbeit

Bergig ist er, der Bregenzerwald. Das muss aber für Radsportler*innen nicht heißen, dass der Herzschlag bloß beim Mountainbiken auf Touren kommt. Hier verursachen die Straßen auch auf dem Rennrad Herzklopfen.

Auf der Alpe Batzen in der Nähe von Schröcken habe sie sich als Kind bei der Alparbeit ihre Ausdauer geholt, meint Monika Albrecht. Und die ist beträchtlich, sieht man sich ihre Touren am Rennrad oder Mountainbike an. Sie gibt ihre Erfahrung in Form von Tipps an Fans von Rennrädern und Mountainbikes gleichermaßen weiter.

Wer gern mit dem Rennrad Pässe fährt und auch einige Prozent Steigung mag, ist im Bregenzerwald genau richtig, findet Monika Albrecht. Sie erkundet im Sattel nahe Ziele wie Furkajoch oder Flexenpass. Genauso zieht es sie für Tagestouren bis ins Schweizer Appenzell oder ins Tiroler Paznauntal. Dabei empfiehlt sie: „Nicht zu ehrgeizig sein.“ Monika Albrecht war Mountainbikerin. Bis zu diesem Abenteuer in den Pyrenäen vor 16 Jahren: „Damals hatte ein guter Sportskollege zu seinem fünfzigsten Geburtstag die Einladung zu einer richtigen Etappentour bekommen, inklusive Begleitfahrzeug. Er meinte, ich soll auch mitkommen“, erinnert sie sich. So entdeckte sie das Rennrad: auf einer einwöchigen Tour von Biarritz an der französischen Atlantikküste entlang der Pyrenäen bis nach Perpignan am Mittelmeer: 820 Kilometer und 18.000 Höhenmeter. „Da hat’s mich gepackt.“

Seither steigt sie zu Hause in Au zwei- bis dreimal pro Woche auf ihr Rennrad. Nach getaner Arbeit als Geschäftsführerin von Au-Schoppernau Tourismus zieht es sie häufig für eine kurze Tour auf den Hochtannbergpass. Nach anderthalb Stunden ist sie bereits wieder zu Hause. Am Wochenende darf es auch länger sein. Eine ihrer Lieblingsstrecken mit einem „herrlichen Panorama“ führt über Lingenau und Sibratsgfäll über die deutsche Grenze nach Tiefenbach und weiter in Deutschland bis zum Alpsee bei Immenstadt im Allgäu. Dann geht es über Oberstaufen, Krumbach, Schwarzenberg und Bezau zurück. Sieben Stunden dauert die Tour über 160 Kilometer. Ein strammes Pensum. „Ich mache mir einen schönen Tag in der Natur und genieße ihn. Fix und fertig komme ich nie nach Hause“, erzählt sie.

Sie schätzt auch die mittelschwere Tour über das Bödele nach Dornbirn und zurück: 89 Kilometer, vier Stunden Fahrtzeit. Die Vorteile im Vergleich zum Mountainbike sind für sie ein leichteres Rad samt Gepäck und der deutlich größere Radius. „Mountainbiken und Rennradfahren sind zwei ganz verschiedene Sportarten.“ Sie mag beide und übt auch beide aus. Woher kommt ihre Fitness? „Ich habe meine Kindheit im Sommer auf der Alpe Batzen in der Nähe von Schröcken verbracht. Bei dieser Arbeit macht man eine Menge Kilometer. Das war wohl ein ganz guter Grundstein für meine Ausdauer.“ Im Winter macht sie Skitouren, übrigens häufig mit denselben Kolleg*innen, mit denen sie im Sommer Rad fährt. Im Bregenzerwald sind immer mehr Radfahrer*innen unterwegs, Einheimische wie Gäste. Die Bedeutung für den heimischen Tourismus ist gestiegen. Das hat auch mit den E-Bikes zu tun. Mountainbikes mit Elektro-Unterstützung gibt es schon lange, mittlerweile auch Rennräder.

Die Website „Roadbike Holidays“, laut eigener Beschreibung der Experte in Sachen Rennradurlaub, listet in Österreich, Deutschland und der Schweiz, in Italien und Slowenien 32 besonders geeignete Hotels auf. Zwei davon stehen im Bregenzerwald: der „Bären“ in Mellau und das „Gämsle“ in Schoppernau. Kriterien sind unter anderen ein videoüberwachter Fahrradraum, eine Werkstattecke, Massagen im Haus und ein Rückholservice. Auf www.bregenzerwald.at, der Website von Bregenzerwald Tourismus, sind detaillierte Tipps zu Touren mit dem (Renn-)Rad zu finden. Viele stammen aus Monikas Feder. Für Einsteiger* innen beispielsweise eignet sich die leichte „Einfahrtour“ über Mellau und Bizau auf die Schnepfegg: In anderthalb Stunden werden dreißig Kilometer zurückgelegt. Wer weitere persönliche Tipps sucht, findet Monika im Tourismusbüro Au (montags bis freitags von 8 bis 12 und von 13.30 bis 17.30 Uhr, T +43 (0)5515 228817).

Autor: Thorsten Bayer
Ausgabe: Reisemagazin Sommer 2024

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